Im Jahre 1997 heirateten meine Frau und ich in Ghana/Westafrika, sie ist Ghanaerin. Ich war dort beruflich eingebunden und während meiner Aufenthalte im Land sprachen wir nur englisch miteinander. Als sich das Projekt dann dem Ende entgegen neigte, hieß es, nach Deutschland zurück zu kehren. Meine Frau meinte, allein ließe Sie mich nicht ziehen und so beantragten wir für sie das Visum für Deutschland bei der deutschen Botschaft in Accra. Dies wurde nicht so bald bewilligt und so musste ich doch vorerst allein nach Deutschland zurück fliegen. Beim nächsten Besuch klappte es aber. Ich klemmte meinen Schatz unter den Arm und ab ging es nach Deutschland. Meine Frau sprach bis dato kein Wort Deutsch und meinte, mit Englisch schon gut klar zu kommen. Ich wollte aber, dass sie sich in unserem Land zurecht findet und unsere Sprache spricht. So entschied ich, ausschließlich deutsch mit ihr zu sprechen. Nur bei wichtigen organisatorischen Fragen griffen wir anfangs auf Englisch zurück. Wir fanden auch bald einen Job für meine Frau und bei der Arbeit wurde auch nur deutsch gesprochen. Innerhalb kürzester Zeit (etwa 1 Monat) erlernte meine Frau unsere Sprache und konnte sich in der Stadt verständigen. Natürlich hatte sie den großen Vorteil, in mir gleichzeitig Lebenspartner und Lehrer zu haben und konnte das Gelernte auch an Ihrer Arbeitsstelle anwenden und vertiefen.
Sonntags ging und geht sie immer in die Kirche, wo die afrikanische Community ihre Gottesdienste abhält. Dort kann sie auch wieder englisch sprechen und trifft sich sogar mit Leuten, die ihre Stammessprache sprechen. Diese kurzen Pausen des Nicht-Deutsch-Sprechen-Müssens genießt sie auch, aber das sei ihr gegönnt. Jeder weiß, dass bei Auslandsaufenthalten im nicht deutschsprachigen Raum jede Begegnung mit deutschsprachigen Menschen geschätzt wird und man es förmlich genießt, wieder einmal in seiner Muttersprache kommunizieren zu können. In Ihrer Community wird meine Frau allerdings bewundert ob ihrer Beherrschung der deutschen Sprache. Sie wird gern und oft um Hilfe gebeten, wenn es um Behördengänge, Erläuterungen von Dokumenten oder auch nur um allgemeine Fragen geht. Auch wenn es eine Binsenweisheit ist, das Erlernen und Vertiefen einer Sprache geht innerhalb der Familie immer besser und schneller. Wenn ein nicht deutsch sprechender Ausländer von der Arbeit nach Hause kommt, und dann wieder in seine Muttersprache verfällt, wird das mit dem Lernen nicht viel. Noch schwerer haben es Nicht-Berufstätige, die den ganzen Tag im Kreise der Familie eingebunden sind.